Freitag, 15. August 2014
Ein Herrscher über ein Königreich
19av67, 20:39h
Türen sind - fragte man Bright - welche sich mit diesem Thema nur zu gut auskennt - vermutet sie doch mit Fug und Recht - hinter jeder Tür - eine neue Dimension - wichtig. Vor allem - das ist ihre Meinung - sollen Türen geöffnet werden - ihr und allen anderen Lebewesen - das Streifentier ausgenommen - der Zugang zu diesen Welten ermöglicht werden. Die einzige Voraussetzung? Keiner kommt ihr - der Graumaus - der Grand Madame der Katzen - in die Quere. In dieser Hinsicht ist sie strikt.
Auch er kennt sich mit Türen aus. Wo Bright, Seymour und das Streifentier hinter jeder Tür nur Abenteuer vermuten - neue Dimensionen - neue Welten - die es zu erobern gibt - wir nehmen nur Felinaterra - den Osterhasenweg - oder das Archiv der vergangenen Jahre - kennt er nur Düsternis - Hoffnungslosigkeit - seit dem Zeitpunkt so sich seine Tür hinter ihm schloss. Ihn hier an diesem trostlosen Ort zurück ließ. Fragte man ihn - könnte er erklären - Türen öffneten sich aufgrund von Bedenkenlosigkeit - Desinteresse - Verantwortungslosigkeit - und einiges mehr. Aber - er schnauft müde - sein Kopf fällt auf seine Pfoten - dies waren die Gründe - die seine Tür zu diesem Ort öffneten und hinter ihm schlossen - ihn dazu verdammten - sein Leben hier zu beenden. Krank wie er ist - das weiß er - wird es hier zu Ende gehen. Lange hat er gekämpft - seiner Krankheit - die ihm die Kraft raubt - getrotzt. Die Menschen - die er hier trifft - versuchen einen Lichtblick in die Schwärze der Hoffnungslosigkeit zu bringen. Vergebens. Eine Zeit lang war er nicht allein. Daher weiß er - aus dieser Hoffnungslosigkeit führt ein Weg heraus - eine Tür kann sich öffnen. Der Türöffner? Liebe, Verantwortung, Aufopferungsbereitschaft. Seine Augen fallen zu - er steht kurz davor aufzugeben. Schwach wie er ist - kann er keine Hoffnung mehr schöpfen.
Auch er - daran erinnert er sich - war mal ein König - ein Herrscher über ein Reich. So alt ist er nun auch nicht - dass er seine Erinnerung daran verloren hätte. Er war der Herrscher über ein Königreich - wie es jede Katze ist - ist sie noch stark - jung und gesund. Wie er hierher geriet? Daran möchte er nicht denken. Genau so - wie er diesen Ort ausblenden möchte. Lieber schließt er die Augen und kehrt zurück - dorthin - wo er noch jung war - agil - voller Hoffnung. Bevor die Krankheit ihn im Griff hatte. FIV nennen die Menschen hier das - was ihn quält - das was ihn letztendlich besiegen wird. FIV - er kämpft schon so lange dagegen an. Er hat keine Kraft mehr. Nicht mehr hier - an diesem Ort.
Die Menschen hier - schauen ihn an - Traurigkeit in ihrem Blick. Ihre Stimmen leise - wenn sie miteinander sprechen - als ob er es nicht hören könnte. Sprechen davon - ob es nicht besser wäre - ihn auf die letzte Reise zu schicken? Auf die Reise - deren Pforte nur sein Geist durchschreiten kann - während sein Körper hier bleibt? Der Körper - der ihn in Stich lässt. Dieser Körper - der nur noch aus Haut und Knochen besteht? Was er noch versteht - die Menschen hier sind traurig - dass er diese Pforte hier durchschreiten muss. Dass er bevor er geht - nicht nochmals das sein kann - was er ist - ein König über ein Königreich. Ein Herrscher über Menschen. Auch - er versteht es trotzdem - wenn sie es anders ausdrücken. Zuhause nennen sie es - ja - sie wünschen ihm für die Zeit - die ihm noch bleibt - ein Zuhause. Liebe. Wärme. Geborgenheit. Seinen Menschen.
Was passiert - weiß er nicht. Aber weit weg - in einer Welt aus Schwärze - einer Welt in der Kristallwälder ihre Lieder singen - dort steht ein Haus - eine Villa aus den Anfängen der 20 Jahre des 19. Jahrhunderts. Inmitten einer Stadt aus Kristallpalästen. Lichtkugeln reisen über Straßen aus Kristall. Dieses Haus birgt das Archiv der Karteikarten der besonderen Menschen. Dort hinter ihrem Schreibtisch ertönt das Brummen der Rohrpost. Ein Griff und Ms. Swift entnimmt dieser einen Microfish - legt ihn mit flinken Fingern in das Lesegerät ein. Ein grünes Licht überzieht ihr Gesicht - welches von einer Brille dominiert wird. Neben ihr eine dampfende Tasse Kakao in den von ihr geliebten Tassen mit Katzenmotiven. Auf einem Teller ein paar Walkerkekse. Ein Blick auf den Bildschirm - und ihr Gesicht wird von Trauer überzogen - ja - ja - ihre Stimme nun leise - das wird leider ein sehr schwerer Fall für den besonderen Menschen. Kein Zögern in ihrer Bewegung - als sie ihren Stuhl vom eichernen Schreibtisch zurück schiebt - zum Karteikartenschrank schreitet - welcher die gesamten Wände dieses enormen Raums einnimmt. Wir als Beobachter bekommen den Eindruck - sie weiß genau - welchen besonderen Menschen aus ihrer Kartei sie diesem Fall zuordnen soll - denn zielgerichtet entnimmt sie eine Karteikarte aus den unzähligen Karteikästen - steckt diese mit dem Mikrofich in eine andere Rohrpost und versendet diese. Ein Seufzer begleitet diese - während Ms. Swift wieder hinter ihrem Schreibtisch Platz nimmt. Ein filigranes Geschöpf - Augen aus Onyx erscheint aus dem Schatten - räumt den Kakao ab - welcher kalt geworden ist. Subsu - Ms. Swift's Stimme sanft - das wird hart für den Menschen - sehr hart. Ich wünschte - ich könnte es leichter für ihn machen. Subsu bleibt still. Was gibt es auch noch zu sagen?
Türen können geöffnet werden. Viele Dinge können der Schlüssel sein. Diese Tür nun wird geöffnet. Der Schlüssel heißt Mitgefühl - Verantwortung - Liebe. Er hockt da - während sie sich öffnet. Ungläubig. Da steht sie - sein Mensch - und er weiß - sie bewirbt sich bei ihm um die Anstellung als seine Dienerin. Eine Last fällt von ihm ab - eine Last - deren Schwerer er nun erst erkennt - wo sie nicht mehr auf seinen Schultern lastet. Musste er sich zuvor dagegen stemmen - sinkt er nun zusammen. Er ist befreit.
Die nächste Tür - die sich öffnet und sich hinter ihm schließt - führt ihn in sein neues Königreich. Es ist ihm egal - wie lange er herrschen wird. Er herrscht wieder - und das ist das wichtigste. Eines weiß er - eines hat er gelernt - nicht die Länge der Zeit des herrschens ist wichtig - sondern wie intensiv man geherrscht hat. Wie tief die Verbindung ist - die man eingeht. Und er hat vor - hier tiefe Spuren zu hinterlassen. Es ist ihm egal - dass er nicht mehr Raum hat als dort - wo er herkam - es fühlt sich hier einfach anders an. Besser! Wärmer! Heller! Keine Trostlosigkeit an diesem Ort. Die anderen Katzen kann er riechen - hören. Sie sprechen von Liebe - von Hoffnung - von Verantwortung. Und das ist es - was er hier spürt.
Die Tage vergehen - er kann los lassen. Sich entspannen. Seine Krankheit übernimmt immer mehr. Schwächt seinen Körper - aber nicht seinen Geist. Der Mensch - da ist er sich sicher - meint es wohl nur gut mit ihm - kommt er mit so einem piekendem Ding. Aber - das mag er nicht. Warum sollte er etwas akzeptieren - was er nicht mag? Damit - der Mensch weint - er erkennt es an den Tränen - die sein Gesicht nässen - es Dir besser geht! Mir geht es doch besser. Er versteht nicht - was der Mensch meint. Dort wo er herkam war es nicht schön - hier ist es schöner - also geht es ihm hier besser. Wie sollte es ihm noch besser gehen? Seit ein paar Tagen darf er das Zimmer verlassen. Er sah die anderen Katzen - er ließ sie in Ruhe - sie ihn. Dann das Sofa - das kannte er noch aus seiner Zeit bevor er sein Königreich verlor und an diesem trostlosen Ort endete. Verträumt eroberte er sich diesen Platz wieder - legte sich hin und träumt von der Welt - in der er sich befindet - seinem Traum einer guten Welt. Ich meine - der Mensch mit Tränen in der Stimme - ich muss Dir diese Medikamente geben - damit Du gesund wirst. Gesund? Er versteht nicht. Gesund war er lange nicht mehr. Er weiß es - und alles in ihm sagt es ihm auch - er wird es nie mehr sein - gesund. Nein - der Mensch voller Trauer - krault ihm den Kopf - etwas was er genießt - was er liebt - damit Du länger bei mir bleiben kannst. Das hast Du verdient. Gut - er schluckt - das mit dem verdienen versteht er - meint er. Ein König ohne Königreich geht gar nicht - daher hat er es natürlich verdient - wieder der Herrscher eines Königreiches zu sein. Aber lange? Versteht der Mensch denn nicht - es kommt nie auf die Zeit an? Nur darauf wie man gelebt hat? Wie intensiv diese Zeit genutzt wurde. Und eines weiß er - diese Zeit hier wird er genießen - ausnutzen - so intensiv wie er es nur kann.
Aus Sekunden werden Minuten. Aus Minuten Stunden. Aus Stunden Tage. Aus Tage Wochen. Mehr - Ms. Swift schaut auf den blinkenden Cursor ihres Bildschirms - wurden es nicht. Sie verlässt das Büro - schreitet durch die Halle - an der alten Truhe vorbei - öffnet die Tür mit dem Buntglas welches Katzen darstellt - und lässt das Lied der Kristallwälder hinein - in die grubenhafte Stille dieses Hauses. Traurigkeit in ihren Augen - in ihrem Herzen. Mitgefühl für diesen einen Menschen - diesem Menschen - der dank den Karteikarten der besonderen Menschen - diese schwere Aufgabe hat zugewiesen bekommen.
Der letzte Dienst ist eine Tür. Eine Tür aus Liebe - Mitgefühl und Verantwortung für ein Lebewesen. Er weiß es. Sein Körper nur noch ein Schatten dessen was er mal war. Trotzdem - ein König durch und durch. Sein Mensch weint. Er versteht nicht. Weiß er doch - dies ist eine Tür - eine neue Tür. Eine ohne Wiederkehr - aber keine ohne Wiedersehen. Dank ihm - diesem einen Menschen - hat er die Hoffnung - irgendwann in - er hofft es für seinen Menschen - weiter Zukunft - diese Tür sich öffnen zu sehen - und diesen einen Menschen hier - in dieser Welt - hinter der letzten Tür des Lebens begrüssen zu können. Der Welt - wo Schmerzen keine Rolle mehr spielen. Wo die Last des Alters vom Körper abfällt - weil es keine Körper mehr gibt - die es mit zu schleppen gilt. Er wird nun auf seinen Menschen warten - hinter jener Tür - der Tür - die für ihn noch verschlossen sind. Daher nimmt er die Tränen seines Menschen mit - als Gedenken daran - dass er geliebt wurde - als Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Das Fell ist nass - vor Tränen. Regungslos der Körper. Friedlich schaut er aus - derjenige - der ging. Als schliefe er. Die Hoffnung bleibt - dass er - dieser besondere Mensch - ihn wiedersehen wird - wie all die - die ihn vor ihm verließen. Auch wenn das eine Hoffnung ist - den Schmerzen in seinem Herzen wird es nicht stillen können. Mindern vielleicht. Aber der Schmerz wird immer da sein.
In der Nacht - er fällt in einen unruhigen Schlaf - wacht er im Traum auf - findet sich an einem Ort wieder - Schwärze ihn umgebend. Der Kristallwald um ihn herum singt ein Lied. Ein Lied - welches die Trauer seines Herzens aufnimmt. Vor ihm ein Kristallball - öffnet sich. Eine ältliche Dame entsteigt diesem - sein erster Gedanke? Wie kommt Ms. Doubtfire aus dem gleichnamigen Film mit Robin Williams hier her - in meinen Traum. Die Dame reicht ihm die Hand - Ms. Swift - stellt sie sich vor - richtet sich dann die ihr Gesicht dominierende Brille - zupft etwas an ihrem Tweedrock. Gut - ihre Stimme sanft - dass Sie hier her gefunden haben - hier - wo es das Archiv der Karteikarten der besonderen Menschen gibt. Ich möchte - fährt sie fort - und er erkennt die Traurigkeit seines Herzens in ihren Augen - danken - dafür - was sie für ihn taten.
Als er des morgens aufwacht - ist der Schmerz in seinem Herzen zwar immer noch da - aber auch Hoffnung - darauf - dass der Schmerz vergehen wird. Und ihm ist klar - Schmerz bedeutet Leben. Er hat es geschafft - was er wollte - in dieser kurzen Zeit die er hier war - so intensiv zu leben - hier zu sein - dass er große tiefe Spuren hinterließ. Spuren - die nun schmerzen - höllisch. Aber - ein Lächeln überzieht das Gesicht des Menschen - es war ein Leben. Ein gelebtes Leben - und er war in seiner letzten Lebensspanne wieder das was er hat sein müssen - der Herrscher über ein Königreich.
Auch er kennt sich mit Türen aus. Wo Bright, Seymour und das Streifentier hinter jeder Tür nur Abenteuer vermuten - neue Dimensionen - neue Welten - die es zu erobern gibt - wir nehmen nur Felinaterra - den Osterhasenweg - oder das Archiv der vergangenen Jahre - kennt er nur Düsternis - Hoffnungslosigkeit - seit dem Zeitpunkt so sich seine Tür hinter ihm schloss. Ihn hier an diesem trostlosen Ort zurück ließ. Fragte man ihn - könnte er erklären - Türen öffneten sich aufgrund von Bedenkenlosigkeit - Desinteresse - Verantwortungslosigkeit - und einiges mehr. Aber - er schnauft müde - sein Kopf fällt auf seine Pfoten - dies waren die Gründe - die seine Tür zu diesem Ort öffneten und hinter ihm schlossen - ihn dazu verdammten - sein Leben hier zu beenden. Krank wie er ist - das weiß er - wird es hier zu Ende gehen. Lange hat er gekämpft - seiner Krankheit - die ihm die Kraft raubt - getrotzt. Die Menschen - die er hier trifft - versuchen einen Lichtblick in die Schwärze der Hoffnungslosigkeit zu bringen. Vergebens. Eine Zeit lang war er nicht allein. Daher weiß er - aus dieser Hoffnungslosigkeit führt ein Weg heraus - eine Tür kann sich öffnen. Der Türöffner? Liebe, Verantwortung, Aufopferungsbereitschaft. Seine Augen fallen zu - er steht kurz davor aufzugeben. Schwach wie er ist - kann er keine Hoffnung mehr schöpfen.
Auch er - daran erinnert er sich - war mal ein König - ein Herrscher über ein Reich. So alt ist er nun auch nicht - dass er seine Erinnerung daran verloren hätte. Er war der Herrscher über ein Königreich - wie es jede Katze ist - ist sie noch stark - jung und gesund. Wie er hierher geriet? Daran möchte er nicht denken. Genau so - wie er diesen Ort ausblenden möchte. Lieber schließt er die Augen und kehrt zurück - dorthin - wo er noch jung war - agil - voller Hoffnung. Bevor die Krankheit ihn im Griff hatte. FIV nennen die Menschen hier das - was ihn quält - das was ihn letztendlich besiegen wird. FIV - er kämpft schon so lange dagegen an. Er hat keine Kraft mehr. Nicht mehr hier - an diesem Ort.
Die Menschen hier - schauen ihn an - Traurigkeit in ihrem Blick. Ihre Stimmen leise - wenn sie miteinander sprechen - als ob er es nicht hören könnte. Sprechen davon - ob es nicht besser wäre - ihn auf die letzte Reise zu schicken? Auf die Reise - deren Pforte nur sein Geist durchschreiten kann - während sein Körper hier bleibt? Der Körper - der ihn in Stich lässt. Dieser Körper - der nur noch aus Haut und Knochen besteht? Was er noch versteht - die Menschen hier sind traurig - dass er diese Pforte hier durchschreiten muss. Dass er bevor er geht - nicht nochmals das sein kann - was er ist - ein König über ein Königreich. Ein Herrscher über Menschen. Auch - er versteht es trotzdem - wenn sie es anders ausdrücken. Zuhause nennen sie es - ja - sie wünschen ihm für die Zeit - die ihm noch bleibt - ein Zuhause. Liebe. Wärme. Geborgenheit. Seinen Menschen.
Was passiert - weiß er nicht. Aber weit weg - in einer Welt aus Schwärze - einer Welt in der Kristallwälder ihre Lieder singen - dort steht ein Haus - eine Villa aus den Anfängen der 20 Jahre des 19. Jahrhunderts. Inmitten einer Stadt aus Kristallpalästen. Lichtkugeln reisen über Straßen aus Kristall. Dieses Haus birgt das Archiv der Karteikarten der besonderen Menschen. Dort hinter ihrem Schreibtisch ertönt das Brummen der Rohrpost. Ein Griff und Ms. Swift entnimmt dieser einen Microfish - legt ihn mit flinken Fingern in das Lesegerät ein. Ein grünes Licht überzieht ihr Gesicht - welches von einer Brille dominiert wird. Neben ihr eine dampfende Tasse Kakao in den von ihr geliebten Tassen mit Katzenmotiven. Auf einem Teller ein paar Walkerkekse. Ein Blick auf den Bildschirm - und ihr Gesicht wird von Trauer überzogen - ja - ja - ihre Stimme nun leise - das wird leider ein sehr schwerer Fall für den besonderen Menschen. Kein Zögern in ihrer Bewegung - als sie ihren Stuhl vom eichernen Schreibtisch zurück schiebt - zum Karteikartenschrank schreitet - welcher die gesamten Wände dieses enormen Raums einnimmt. Wir als Beobachter bekommen den Eindruck - sie weiß genau - welchen besonderen Menschen aus ihrer Kartei sie diesem Fall zuordnen soll - denn zielgerichtet entnimmt sie eine Karteikarte aus den unzähligen Karteikästen - steckt diese mit dem Mikrofich in eine andere Rohrpost und versendet diese. Ein Seufzer begleitet diese - während Ms. Swift wieder hinter ihrem Schreibtisch Platz nimmt. Ein filigranes Geschöpf - Augen aus Onyx erscheint aus dem Schatten - räumt den Kakao ab - welcher kalt geworden ist. Subsu - Ms. Swift's Stimme sanft - das wird hart für den Menschen - sehr hart. Ich wünschte - ich könnte es leichter für ihn machen. Subsu bleibt still. Was gibt es auch noch zu sagen?
Türen können geöffnet werden. Viele Dinge können der Schlüssel sein. Diese Tür nun wird geöffnet. Der Schlüssel heißt Mitgefühl - Verantwortung - Liebe. Er hockt da - während sie sich öffnet. Ungläubig. Da steht sie - sein Mensch - und er weiß - sie bewirbt sich bei ihm um die Anstellung als seine Dienerin. Eine Last fällt von ihm ab - eine Last - deren Schwerer er nun erst erkennt - wo sie nicht mehr auf seinen Schultern lastet. Musste er sich zuvor dagegen stemmen - sinkt er nun zusammen. Er ist befreit.
Die nächste Tür - die sich öffnet und sich hinter ihm schließt - führt ihn in sein neues Königreich. Es ist ihm egal - wie lange er herrschen wird. Er herrscht wieder - und das ist das wichtigste. Eines weiß er - eines hat er gelernt - nicht die Länge der Zeit des herrschens ist wichtig - sondern wie intensiv man geherrscht hat. Wie tief die Verbindung ist - die man eingeht. Und er hat vor - hier tiefe Spuren zu hinterlassen. Es ist ihm egal - dass er nicht mehr Raum hat als dort - wo er herkam - es fühlt sich hier einfach anders an. Besser! Wärmer! Heller! Keine Trostlosigkeit an diesem Ort. Die anderen Katzen kann er riechen - hören. Sie sprechen von Liebe - von Hoffnung - von Verantwortung. Und das ist es - was er hier spürt.
Die Tage vergehen - er kann los lassen. Sich entspannen. Seine Krankheit übernimmt immer mehr. Schwächt seinen Körper - aber nicht seinen Geist. Der Mensch - da ist er sich sicher - meint es wohl nur gut mit ihm - kommt er mit so einem piekendem Ding. Aber - das mag er nicht. Warum sollte er etwas akzeptieren - was er nicht mag? Damit - der Mensch weint - er erkennt es an den Tränen - die sein Gesicht nässen - es Dir besser geht! Mir geht es doch besser. Er versteht nicht - was der Mensch meint. Dort wo er herkam war es nicht schön - hier ist es schöner - also geht es ihm hier besser. Wie sollte es ihm noch besser gehen? Seit ein paar Tagen darf er das Zimmer verlassen. Er sah die anderen Katzen - er ließ sie in Ruhe - sie ihn. Dann das Sofa - das kannte er noch aus seiner Zeit bevor er sein Königreich verlor und an diesem trostlosen Ort endete. Verträumt eroberte er sich diesen Platz wieder - legte sich hin und träumt von der Welt - in der er sich befindet - seinem Traum einer guten Welt. Ich meine - der Mensch mit Tränen in der Stimme - ich muss Dir diese Medikamente geben - damit Du gesund wirst. Gesund? Er versteht nicht. Gesund war er lange nicht mehr. Er weiß es - und alles in ihm sagt es ihm auch - er wird es nie mehr sein - gesund. Nein - der Mensch voller Trauer - krault ihm den Kopf - etwas was er genießt - was er liebt - damit Du länger bei mir bleiben kannst. Das hast Du verdient. Gut - er schluckt - das mit dem verdienen versteht er - meint er. Ein König ohne Königreich geht gar nicht - daher hat er es natürlich verdient - wieder der Herrscher eines Königreiches zu sein. Aber lange? Versteht der Mensch denn nicht - es kommt nie auf die Zeit an? Nur darauf wie man gelebt hat? Wie intensiv diese Zeit genutzt wurde. Und eines weiß er - diese Zeit hier wird er genießen - ausnutzen - so intensiv wie er es nur kann.
Aus Sekunden werden Minuten. Aus Minuten Stunden. Aus Stunden Tage. Aus Tage Wochen. Mehr - Ms. Swift schaut auf den blinkenden Cursor ihres Bildschirms - wurden es nicht. Sie verlässt das Büro - schreitet durch die Halle - an der alten Truhe vorbei - öffnet die Tür mit dem Buntglas welches Katzen darstellt - und lässt das Lied der Kristallwälder hinein - in die grubenhafte Stille dieses Hauses. Traurigkeit in ihren Augen - in ihrem Herzen. Mitgefühl für diesen einen Menschen - diesem Menschen - der dank den Karteikarten der besonderen Menschen - diese schwere Aufgabe hat zugewiesen bekommen.
Der letzte Dienst ist eine Tür. Eine Tür aus Liebe - Mitgefühl und Verantwortung für ein Lebewesen. Er weiß es. Sein Körper nur noch ein Schatten dessen was er mal war. Trotzdem - ein König durch und durch. Sein Mensch weint. Er versteht nicht. Weiß er doch - dies ist eine Tür - eine neue Tür. Eine ohne Wiederkehr - aber keine ohne Wiedersehen. Dank ihm - diesem einen Menschen - hat er die Hoffnung - irgendwann in - er hofft es für seinen Menschen - weiter Zukunft - diese Tür sich öffnen zu sehen - und diesen einen Menschen hier - in dieser Welt - hinter der letzten Tür des Lebens begrüssen zu können. Der Welt - wo Schmerzen keine Rolle mehr spielen. Wo die Last des Alters vom Körper abfällt - weil es keine Körper mehr gibt - die es mit zu schleppen gilt. Er wird nun auf seinen Menschen warten - hinter jener Tür - der Tür - die für ihn noch verschlossen sind. Daher nimmt er die Tränen seines Menschen mit - als Gedenken daran - dass er geliebt wurde - als Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Das Fell ist nass - vor Tränen. Regungslos der Körper. Friedlich schaut er aus - derjenige - der ging. Als schliefe er. Die Hoffnung bleibt - dass er - dieser besondere Mensch - ihn wiedersehen wird - wie all die - die ihn vor ihm verließen. Auch wenn das eine Hoffnung ist - den Schmerzen in seinem Herzen wird es nicht stillen können. Mindern vielleicht. Aber der Schmerz wird immer da sein.
In der Nacht - er fällt in einen unruhigen Schlaf - wacht er im Traum auf - findet sich an einem Ort wieder - Schwärze ihn umgebend. Der Kristallwald um ihn herum singt ein Lied. Ein Lied - welches die Trauer seines Herzens aufnimmt. Vor ihm ein Kristallball - öffnet sich. Eine ältliche Dame entsteigt diesem - sein erster Gedanke? Wie kommt Ms. Doubtfire aus dem gleichnamigen Film mit Robin Williams hier her - in meinen Traum. Die Dame reicht ihm die Hand - Ms. Swift - stellt sie sich vor - richtet sich dann die ihr Gesicht dominierende Brille - zupft etwas an ihrem Tweedrock. Gut - ihre Stimme sanft - dass Sie hier her gefunden haben - hier - wo es das Archiv der Karteikarten der besonderen Menschen gibt. Ich möchte - fährt sie fort - und er erkennt die Traurigkeit seines Herzens in ihren Augen - danken - dafür - was sie für ihn taten.
Als er des morgens aufwacht - ist der Schmerz in seinem Herzen zwar immer noch da - aber auch Hoffnung - darauf - dass der Schmerz vergehen wird. Und ihm ist klar - Schmerz bedeutet Leben. Er hat es geschafft - was er wollte - in dieser kurzen Zeit die er hier war - so intensiv zu leben - hier zu sein - dass er große tiefe Spuren hinterließ. Spuren - die nun schmerzen - höllisch. Aber - ein Lächeln überzieht das Gesicht des Menschen - es war ein Leben. Ein gelebtes Leben - und er war in seiner letzten Lebensspanne wieder das was er hat sein müssen - der Herrscher über ein Königreich.
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